Die Mycometer®-surface Methode

MESSMETHODE

Mycometer®-surface ist eine präzise Analysemethode, mit der - vor Ort o der im Labor quantitative Schimmelpilzmessungen an Oberflächen und in Materialproben durchgeführt werden können.
Die Methode wurde 1998 von Mykologen der Universität Kopenhagen in Kooperation mit Bausachverständigen und Sanierungsspezialisten entwickelt und ist vom staatlichen Bauforschungsinstitut in Dänemark anerkannt und von der US-EPA (US-Umweltbehörde) geprüft worden.

Mycometer®-surface registriert die gesamte Biomasse, Sporen, Hyphen, Fragmente und auch die nicht lebensfähigen Zellen.

Schimmel kann auch trotz „Desinfektion" nachgewiesen werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schnelltestmethoden wird nur Schimmelpilz gemessen, das Analyseresultat wird also nicht von Bakterien oder anderen Mikroorganismen beeinflusst.

ANALYSEPRINZIP

Das Prinzip der Mycometer®-Analyse basiert auf Fluoreszenztechnik, auf der Quantifizierung der Aktivität eines Enzymes, das in Hyphen und Sporen von Schimmelpilzen zu finden ist. 

Diese Aktivität wird mit Hilfe eines Substrates, das beim Abbau einen fluoreszierenden Stoff freisetzt (Fluorophor), nachgewiesen und mit einem Mycometer Fluorometer gemessen.

 

künstliches Enzymsubstrat
Figur 1. Für den Mycometer® wird ein künstliches Enzymsubstrat angewandt, das bei Schimmelpilzbefall durch die Enzyme der vorhandenen Schimmelpilze gespalten wird.
Dabei wird ein sogenannter Fluorophor,  ein fluoreszierender Stoff,  freigesetzt.
Das Enzymsubstrat wird durch ein Enzym gespalten, das sowohl in den Sporen als auch in den Hyphen aller Schimmelpilze zu finden ist.
Mit Hilfe des Fluorometers kann die Fluoreszenz gemessen werden.

Das Fluoreszenzsignal ist proportional zu der Schimmelpilzmenge (Biomasse), (Figur 2).

Fluoreszenzsignal

Figur 2. Beschreibt die Korrelation zwischen Schimmelpilzwachstum (Biomasse der Kolonien in mg Trockengewicht) und der Enzymaktivität (fluoreszierende Einheiten, die pro ml freigesetzt werden).
Zur Prüfung wurde der Pilz auf einem Agarmedium gezüchtet.
Bei der Prüfung kamen die Pilzarten Aureobasidium pullulans, Rhizomu corpussilus, Penicillium commune und Trametes versicolor zur Anwendung.

EINSATZBEREICHE

• Präzise diagnostische Anfangsbeurteilung
• Schnelle Schadensanalyse
• Abgrenzen von Schadensbereichen
• Probeentnahme an Oberflächen
• Messung bei Verdacht von Schimmel in Mineralwolle
• Analyse von Schimmel in Putz oder Beton
• Registrierung von Pilzbiomasse in Lüftungsfiltern
• Kontrolle von mikrobiellem Befall vor dem Beginn von Trocknung
• Kontrollmessung nach Sanierungen
• Qualitätskontrolle von Feinreinigungen
• Routinekontrollen

SCHIMMEL IN MATERIALIEN

Im Gegensatz zu anderen Pilzarten, wie zum Beispiel holzzerstörende Pilze, welche im Material wachsen und es abbauen können, wächst der Schimmelpilz für gewöhnlich auf den Materialoberflächen.
Dieses gilt für Materialien mit harten und dichten Oberflächen.
Wenn das Material jedoch besonders porös ist, kann es vorkommen, das der Schimmelpilz auch in das Material eindringen kann.
In diesen Fällen ist im Material nicht selten eine große Menge an Schimmel-Biomasse vorhanden, welche mit Oberflächenmessungen nicht erfasst werden kann.

Mit der Mycometer®-surface Analyse kann auch Schimmelpilz in porös en Baumaterialien quantitativ erfasst und bewertet werden.
Im Prinzip kann mit dieser Methode Schimmelbefall in den meisten Materialien gemessen werden.

Das zerkleinerte und abgewogene Material wird zur Analyse in das Enzymsubstrat überführt, und die Analyse wird au f die gleiche Art , wie bei Oberflächenproben ausgeführt.
Mycometer® hat dafür standardisierte Bewertungskriterien für KMF (Künstliche mineralfasern: Rockwool, Glaswolle) und für Kalkzementbasierte Baustoffe (Putz, Beton) erarbeitet.

Grundsätzlich kann auch Schimmelpilz in anderen Materialien gemessen werden, jedoch liegen für andere Materialien keine Bewertungskriterien vor. Die Messergebnisse können jedoch mit unbelasteten Referenzproben abgeglichen werden.

SCHIMMELPILZ IN GEBÄUDEN

Huntergrundniveau von Schimmelpilzen in Gebäuden

Obwohl die meisten Baustoffe ausreichende Nährstoffe für das Wachstum von Schimmelpilzen darstellen, sind die Oberflächen in schadensfreien Gebäuden unter normalen Bedingungen nicht von Schimmelpilzen befallen. Diese Tatsache ist nicht auf fehlende Mikroorganismen zurückzuführen, sondern vielmehr auf einen Mangel an Feuchtigkeit, die die Pilze zum Wachsen benötigen.
In Innenräumen wird ein Niveau von 200 bis 1000 keimfähigen Sporen (KBE, Koloniebildende Einheiten) pro m3 Luft und 20-50 KBE pro mg Staub (Literaturverzeichnis 1) als normales Hintergrundniveau angesehen. Schimmelpilzsporen sind ubiquitär und werden durch die Luft, Textilien, Tiere, Pflanzen u.ä. verbreitet. Die Sporen sedimentieren auf waagerechten Oberflächen und bilden einen natürlichen Bestandteil des Hausstaubs.
Bei mangelhafter Reinhaltung der Oberflächen kommt es zu einer Konzentration der Sporen im Staub, die bei Benutzeraktivitäten, in der Luft verteilt werden können. Ein erhöhter Staubanteil in der Raumluft kann bei manchen Personen gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Aus diesem Grund kann fehlende Reinhaltung als häufige Ursache für Innenklimaprobleme angesehen werden.

Schimmelpilzwachstum im Gebäude
Das eigentliche Problem durch Schimmelpilze in Gebäuden entsteht jedoch in Verbindung mit Feuchte.
Wenn den keimfähigen Schimmelsporen ausreichend freies Wasser zur Verfügung steht, entsteht Schimmelpilzwachstum.
Bei Schimmelpilzwachstum kann der Schimmelpilz große Mengen Schimmelsporen produzieren und an die Raumluft freigeben.

Drei wichtige Aspekte beim Schimmelpilzwachstum

  1. Beim aktiven Wachstum von Schimmelpilzen erhöht sich die produzierte Biomasse, im Verhältnis zum Normalniveau, um ein Millionenfaches. Das Ausmaß der von Schimmelpilzen ausgehenden gesundheitlichen Gefährdung ist von der Konzentration abhängig. Nicht alle Schimmelpilzarten produzieren Mykotoxine, wohingegen alle Arten MVOCs (microbial volatile organic compounds = flüchtige organische Verbindungen) produzieren können und Proteine (Allergene) sowie beta-Glukane (Zellwandbestandteil der Schimmelpilze) enthalten. Eine erhöhte Schimmelpilzkonzentration ist, unabhängig von der jeweiligen Schimmelpilzart, in Innenräumen nicht zu tolerieren.

  2. Beim Wachstum setzen sich die Myzelien der Schimmelpilze in der Regel auf den Oberflächen fest, so dass Spezialreinigungsmethoden zur effektiven Beseitigung erforderlich sind.

  3. Ein Schimmelpilzwachstum ist immer ein Indikator für ein Feuchteproblem. Daher muss die Lösung der Schimmelpilzproblematik mit der Identifikation und Elimination der Feuchteursache einhergehen.

Wachstum und Biomasse

Eine Spore (Geotrichum candidum) wiegt 50 x10-9 mg (Literaturverzeichnis 2). Unter feuchten Bedingungen keimt die Spore, wobei eine Biomasse von 1 mg in 3-6 Tagen
(Verdopplungszeit 3-6 Stdn.) bestehend aus Hyphen und Sporen produziert wird. Dies entspricht einer 20 millionenfachen Erhöhung des Gewichts und damit der Biomasse. Entsprechend ist aus einer einzigen Spore eine Biomasse von 20 Mio. Sporen entstanden. Unter günstigen Feuchtebedingungen kann aus 50 keimfähigen Sporen in 1 mg Staub eine Biomasse produziert werden, die dem Gewicht von 1 Mrd. Sporen entspricht. Beispielsweise können infizierte Dämmbaustoffe Millionen von Sporen
pro cm² Materialoberfläche enthalten (Quelle: 4).

MESSUNG VON SCHIMMEL IN KMF (KÜNSTLICHE MINERALFASERN)

Schimmel in Mineralwolle:
In Verbindung mit Schadensanalysen und Schimmelsanierungen ist es wichtig zu wissen, ob die Mineralwolle (Steinwolle, Glaswolle) mit Schimmel belastet ist.

Obwohl Mineralwolle in den Grundbestandteilen keine organischen Stoffe enthält, kann Schimmel in der Mineralwolle wachsen.
Die Hauptursache dafür ist, das ältere Mineralwolle meist mit sedimentierten Staub, der Mikroorganismen und organisches Material enthält, verschmutzt ist.
In Verbindung mit Feuchtigkeit, kann Schimmelpilz dann durchaus in der Mineralwolle wachsen.

Schimmelwachstum kann auch in neuer, nicht verschmutzter, Mineralwolle wachsen. Hier dienen die Bindemittel, welche der Mineralwolle bei der Produktion beigesetzt werden, als
Nahrungsgrundlage für d en Schimmelpilz.
Es ist zu meist nicht möglich einen Schimmelbefall in Mineralwolle visuell zu beurteilen. Es kann durchaus vorkommen, das Mineralwolle mit Schimmelbefall visuell unauffällig ist, während starke Verschmutzung oder Verfärbung der Mineralwolle nicht unbedingt auf einen Schimmelbefall zurückzuführen ist. (Literaturverzeichnis = 2)
Um mikrobielle Schäden in Mineralwolle zu beurteilen, sind daher Schimmelanalysen unumgänglich.

Hierbei hat sich die Mycometer® - Analyse als präzise und zuverlässige Analysemethode erwiesen.

LITERATURVERZEICHNIS :
  1. Bericht Nr. 12, Biologische Partikel in Innenräumen (1993) EUR 14988 DE, Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
  2. Kier, I., Floto, J. Olsen und K. Allerman. (1980) Makromolekulare Zusammensetzung der Wand und Protoplasma von Myzel und Arthrosporen von Geotrichum candidum. Trans Br. Mycol. Société 75: 355-361.
  3. Miller M., A. Palojorvi, A. Rangger, M. Reeslev und A. Kjøller (1998) Die Verwendung von fluorogenen Substraten zur Messung der Pilzaktivität im Boden. Appl. Umwelt. Microbiol. 64: 613-617.
  4. Macher, J. (1999) ACGIH bioaerosol Bewertung und Kontrolle. Amerikanische Konferenz der staatlichen Industriehygieniker. 12:2.2.2.
  5. Møller, J., M.Miller und A. Kjøller (1999) Pilz-bakterielle Interaktion auf Buchenblättern: Einfluss auf die Zersetzung und die Qualität des gelösten organischen Kohlenstoffs. Boden. Biol. Biochem. 31: 367-374.
  6. Miller, M und M. Reeslev (1998) Methode zur selektiven Bestimmung einer Pilzbiomasse. PCT-Patentanmeldung WO 98/33934.
  7. Reeslev, M. und M. Miller (2000) Der MycoMeter-Test®: Eine neue schnelle Methode zur Erkennung und Quantifizierung von Schimmelpilzen in Gebäuden. Proceedings of Healthy Buildings 2000, Band 1.

Login / Logout

×